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Die Rose am Ende des Winters

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Die Rose am Ende des Winters basiert auf der Rosa rugosa, einer Rose, die sich deutlich von den klassischen Gartenrosen unterscheidet. Sie ist eine widerstandsfähige Küstenrose, eine Grenzgängerin zwischen den Jahreszeiten. Während andere Rosen sich vollständig zurückziehen, bleibt die Rosa rugosa sichtbar. Ihre dicken, ledrigen Blätter halten lange stand, und ihre grossen Hagebutten leuchten oft noch, wenn der Winter bereits weit fortgeschritten ist. Die Rosa rugosa ist eine Rose der Schwelle.

Sie gehört nicht mehr zum üppigen Blütenreichtum des Sommers, aber auch noch nicht zur völligen Ruhe des Winters. Ihre Kraft liegt im Ausharren. Sie zieht sich nicht hastig zurück, sondern bleibt präsent, fest verwurzelt, dem Wind und der Kälte ausgesetzt. Gerade diese Eigenschaft macht sie zu einer Pflanze des späten Jahres und des Übergangs.

Symbolisch steht die Rosa rugosa für Verdichtung und Konzentration.

Was im Sommer offen, weich und blühend war, sammelt sich nun in der Frucht. Die Hagebutte ist kein dekorativer Rest, sondern ein Träger von Substanz. In ihr liegt gespeicherte Kraft, nicht als Versprechen, sondern als vorhandene Realität. Nichts wird nach aussen getragen, nichts entfaltet sich mehr. Alles Wesentliche ist bereits da. Im Gegensatz zu vielen Rosen, die Schutz und Pflege benötigen, behauptet sich die Rosa rugosa selbst.

Sie wächst an Küsten, in sandigem Boden, unter harschen Bedingungen. Diese Unabhängigkeit verleiht ihr eine klare, beinahe archaische Ausstrahlung. Sie ist nicht romantisch im klassischen Sinn, sondern erdnah, robust und ruhig. Ihre Schönheit entsteht nicht aus Zartheit, sondern aus Standfestigkeit. Am Ende des Winters wird diese Qualität besonders sichtbar. Wenn das Land noch kahl ist und der Frühling nur als Ahnung existiert, sind die Hagebutten der Rosa rugosa wie Markierungen im Raum. Sie zeigen an, dass etwas den Winter nicht nur überstanden hat, sondern bewusst in ihm verweilt ist. Die Pflanze trägt den vergangenen Zyklus in sich und hält ihn, ohne ihn aufzulösen.

Damit bildet die Rosa rugosa den natürlichen Ausgangspunkt für eine Bewegung, die vom tiefen Winter hin zu neuem Licht führt. Sie steht dort, wo das Alte vollständig gesammelt ist und nichts mehr hinzugefügt werden muss. Erst aus dieser Verdichtung heraus kann ein neuer Impuls entstehen. An genau dieser Schwelle beginnt später die Brücke zwischen Cailleach und Brigid.

 

Botanisches zur Rosa rugosa

Die Rosa rugosa ist eine Wildrose ostasiatischen Ursprungs und gehört zur Familie der Rosengewächse. Ihr botanischer Name verweist auf eines ihrer auffälligsten Merkmale: die stark runzelige Blattoberfläche. Die Blätter sind dick, ledrig und tief geadert. Diese Struktur reduziert die Verdunstung und macht die Pflanze aussergewöhnlich widerstandsfähig gegen Wind, Kälte und Salz. Charakteristisch sind auch die kräftigen, dicht bestachelten Triebe. Die Dornen sind nicht nur Schutz, sondern Teil einer insgesamt robusten Architektur. Die Pflanze wächst breitbuschig, oft mit Ausläufern, und bildet mit der Zeit dichte Bestände. Unterirdisch verfügt sie über ein starkes Wurzelsystem, das den Boden festhält und Erosion verhindert. Deshalb wird sie häufig zur Befestigung von Küsten und Dünen eingesetzt. Die Blütezeit liegt im späten Frühling bis Sommer. Die einfachen, meist purpurrosa Blüten besitzen fünf Kronblätter und einen offenen Aufbau mit gut zugänglichen Staubgefässen. Sie sind stark duftend und werden intensiv von Insekten besucht. Anders als viele Zuchtrosen blüht die Rosa rugosa nicht aus Überfluss, sondern funktional.

Aus den Blüten entwickeln sich grosse, runde bis leicht abgeflachte Hagebutten. Botanisch handelt es sich dabei um Sammelnussfrüchte. Sie bleiben lange an der Pflanze, oft bis tief in den Winter hinein. Die Hagebutten enthalten zahlreiche Samen und sind reich an Speicherstoffen. Ihre feste Schale schützt das Innere vor Frost und Feuchtigkeit. Die Rosa rugosa ist eine Pionierpflanze. Sie besiedelt karge, sandige und nährstoffarme Böden, wo andere Pflanzen kaum bestehen. Gleichzeitig ist sie sehr langlebig und regenerationsfähig. Selbst nach starkem Rückschnitt treibt sie zuverlässig wieder aus. Botanisch betrachtet vereint die Rosa rugosa Anpassung, Ausdauer und Substanz.

Sie ist nicht auf kurzfristige Blütenwirkung ausgerichtet, sondern auf Beständigkeit über Zyklen hinweg. Genau diese Eigenschaften machen sie zu einer Pflanze des Übergangs, die den Winter nicht als Unterbruch, sondern als Teil ihres Wachstums begreift.

 

 

Die Kraft des Jaspis

Der Jaspis ist ein Stein der Materie.

Er lenkt die Aufmerksamkeit auf die Fülle der Schöpfung, so wie sie vorhanden ist. Er macht erfahrbar, dass Materie getragen, bewohnt und wahrgenommen werden kann. Der Blick richtet sich auf den Körper, den Raum und den Boden, auf alles, was Gestalt angenommen hat. Jaspis unterstützt dabei, die materielle Fülle, die man selbst ist, ebenso zu erkennen wie die Fülle der Welt um einen herum. Er vertieft die Wahrnehmung für das Dasein im Körper und im eigenen Lebensraum. Dabei entsteht ein klares Empfinden für das Vorhandene und für die eigene Präsenz darin. In diesem Sinn steht Jaspis für die Einheit von feinstofflich und grobstofflich. Beide Ebenen werden als zusammengehörig erlebt. Gedanken, innere Bilder, Wünsche und Bewegungen finden ihren Ausdruck in der Materie. Jaspis macht diese Verbindung spürbar und erlebbar. Alle Jaspis-Steine, so unterschiedlich sie auch sind, stehen für die Vielfalt der Materie. Jeder Ausdruck besitzt seine eigene Form und gehört zugleich zur gleichen Schöpfung. Daraus ergibt sich ein vertieftes Empfinden für die persönliche Beziehung zur Einen Quelle. Diese Beziehung zeigt sich individuell, nah und entsprechend der eigenen Natur.

Roter Jaspis und die Rose am Ende des Winters Der rote Jaspis bringt die Qualität der Verdichtung und Verkörperung besonders deutlich zum Ausdruck. Er trägt eine ruhige, tragende Kraft. Seine Farbe verweist auf Erde, Blut und Körperlichkeit sowie auf das Leben, das bereits vollständig vorhanden ist. In Verbindung mit der Rose am Ende des Winters, der Rosa rugosa, zeigt sich diese Qualität in klarer Form. Wie der rote Jaspis sammelt auch diese Rose ihre Kraft. Sie bewahrt das Wesentliche in der Frucht, während die Landschaft noch ruhig und zurückhaltend ist. Der rote Jaspis passt zu dieser Rose, weil beide für eine Phase stehen, in der das Vorhandene gehalten und getragen wird. Das Leben ist vollständig präsent und wartet in seiner eigenen Zeit auf Entfaltung. Alles ist vorbereitet, ohne dass etwas beschleunigt werden muss. So verbindet der rote Jaspis die innere Wahrnehmung mit der äusseren Form. Er zeigt, dass das, was im Inneren existiert, seinen Weg durch die Materie findet. Darin liegt seine Nähe zur Rosa rugosa. Beide stehen für eine stille, verlässliche Kraft, die den Übergang zwischen Winter und neuem Licht vorbereitet und begleitet.

https://youtu.be/CpZZ8tNjm54?si=oQBDtMR-Ik2utava